Ausgabe 2016.07 / Energiewirtschaftliche Bedeutung der Braunkohle



➔ Braunkohle übernimmt Führungsrolle

Die Bedeutung eigener Energiequellen wächst. Je stärker der Energiehunger in Entwicklungs- und Schwellenländern wird, desto höher steigt die Wertschätzung für die eigenen Ressourcen. In Deutschland ist die Braunkohle ein wichtiger heimischer Energieträger. Mit rund 178 Millionen Tonnen (Mio. t) war die Braunkohlenförderung in Deutschland 2015 niedriger als im Vorjahr. Der deutsche Braunkohlenbergbau umfasst derzeit vier Reviere. Mit rund 95 Mio. t entfällt die größte Fördermenge auf das Rheinische Revier. In der Lausitz erreicht die Förderung ein Niveau von knapp 63 Mio. t pro Jahr. Das Mitteldeutsche Revier im Großraum Halle-Leipzig fördert pro Jahr etwa 19 Mio. t. Das Helmstedter Braunkohlenrevier trägt mit knapp 2 Mio. t Förderleistung zum gesamten deutschen Braunkohlenaufkommen bei. Die deutsche Braunkohlenförderung hatte 2015 einen Energiegehalt von rund 55 Mio. t Steinkohleneinheiten (SKE). Braunkohle deckte damit nahezu 12 Prozent des gesamten Energieverbrauchs des Landes.

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➔ Säule der Versorgungssicherheit

Deutschland bildet den mit Abstand größten Energiemarkt in Europa und ist in erheblichem Umfang auf Energieimporte angewiesen. Besonders hoch ist die Importquote beim Mineralöl mit 97 Prozent. Beim Erdgas kommen inzwischen nur noch etwa 10 Prozent aus eigenen Quellen. Der Bedarf an Steinkohle wurde 2015 zu nur noch 11 Prozent aus heimischer Förderung gedeckt. Durch das Auslaufen des deutschen Steinkohlenbergbaus wird dieser Beitrag in den kommenden Jahren weiter sinken. Der Verbrauch von Braunkohle wird in Deutschland zu 100 Prozent aus der heimischen Förderung gedeckt. Die Braunkohle ist mit einem Anteil von rund 40 Prozent an der inländischen Energiegewinnung ein  wichtiger heimische Energieträger. Infolge intensiver finanzieller Förderung haben die erneuerbaren Energien in den zurückliegenden Jahren ihren Anteil deutlich ausbauen können. Sie erreichten 2015 insgesamteinen Anteil von knapp 41 Prozent an der inländischen Energiegewinnung. Die Importabhängigkeit der deutschen Energieversorgung lag 2015 bei  69 Prozent.

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➔ Stabiler Beitrag zur Energiebilanz

Die Braunkohle leistet seit vielen Jahren einen stabilen Beitrag zur Energieversorgung des Landes, begrenzt die Importabhängigkeit und dämpft die Auswirkungen internationaler Preisbewegungen auf den heimischen Markt.

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➔ Führende Rolle in der Stromerzeugung

Braunkohle und Strom bilden eine enge und bewährte Partnerschaft. Braunkohle wird nahe am Ort der Gewinnung verstromt. Rund 90 Prozent der gesamten Braunkohlenförderung werden in Kraftwerken zu Strom und Wärme umgewandelt. Das schont Umwelt und Ressourcen und ist kostengünstig. Angesichts des rückläufigen Beitrags der Kernenergie sowie deutscher Steinkohle zur inländischen Stromerzeugung gewinnt die Braunkohle als einziger heimischer Energieträger, der ohne Subventionen hinreichend verfügbar ist, an Bedeutung. 2015 stammte jede vierte in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde Strom aus Braunkohle. Auch in Zukunft wird mit ähnlich hohen Beiträgen der Braunkohle gerechnet.

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➔ Perspektiven

Die Braunkohle wird auch in Zukunft ihre Rolle als wichtige heimische Energiequelle behaupten und eine unverzichtbare Verstromungsenergie bleiben. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima hat Deutschland kurzfristig Kernkraftwerke mit einer Leistung von rund 8.000 Megawatt vom Netz genommen. Damit Stand kurzfistig eine Stromerzeugung von rund 40 Milliarden Kilowattstunden im Jahr nicht mehr zur Verfügung. Bis 2022 will Deutschland gänzlich auf die Nutzung der Kernenergie verzichten. Dies sind insgesamt weitere rund 100 Milliarden Kilowattstanden im Jahr. Langfristig soll der inländische Strombedarf überwiegend durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Die Abschaltung von zunächst acht Kernkraftwerken hat in Deutschland die Stabilität der Netze und damit die Versorgungssicherheit vermindert. Zudem wird ein Mangel an Grundlaststrom befürchtet. Der Energiemix in der Stromversorgung wird sich in den kommenden Jahren beträchtlich ändern. Die Bedeutung sicherer und wettbewerbsfähiger Verstromungsenergien wird steigen.

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